WATT NE GAUDI!
Seit letztem Jahr ist die Zontes 703 F Bestandteil unseres Fuhrparks. Im Gegensatz zu unseren anderen Bikes ist die ja Offroad-tauglich – zumindest theoretisch. Spätestens die Werksbereifung würde abseits der Straße im Matsch aufgeben… aber egal, Bock ist da (im doppelten Sinne). Wenn man dann so im Internet rumsucht findet man viel, was weit weg ist. Aber lange Rede kurzer Sinn: Ich bin dann aufs Twinduro-Treffen gestoßen und hab ich einfach mal angemeldet – Paps ist ja für Schotter nicht zu begeistern. Im Vorfeld hab ich eigentlich nur erwartet, dass jeder nen analoges Roadbook bekommt und eine Strecke abfährt, die Abschnittsweise über offizielle unbefestigte Wege durch Weserbergland führt. Also eigentlich ziemlich simpel. Aber was ich erlebt habe, war echt der Hammer.
Freitag nachmittags angekommen bin ich superherzlich bei der Anmeldung willkommen geheißen worden. Nach einer Stunde mit verschiedenen Leuten reden und über den Platz wandern, habe ich ne zweite Zontes entdeckt. Neben den ganzen super offroad umgebauten Tenere 700, Africa Twins, Cagivas und Co. sehen die beiden Zontetten aus wie aus wie übergroße Küken dem Ei gepellt. Fühlt sich leicht falsch an, aber ich bin schonmal nicht allein. Bei der Rallye fährt man in 6er Trupps (4+2+1=6 😉 ). Mit der Truppe habe ich mich gut verstanden und durfte mich den Wiederholungstätern anschließen. Am meisten beeindruckt hat mich an dem Abend, dass es mal wieder nen Motorrad-Treffen mit richtig guter Atmosphäre war. “Kleiner” Kreis (ich glaube um die 180 Teilnehmer waren es) und alle so motiviert, positiv, freundlich, offen… voller Vorfreude auf die Rallye. Klingt blöd, aber hat sich angefühlt, wie die Treffen um die Jahrtausendwende rum.
Freitagabend gabs dann die Einweisung für die Tour. Fahren nach Roadbook – das war eigentlich mein zweitgrößter Nervenkitzel nach “Offroad”. Nach Karte fahren gerne und oft, aber son klassisches Rallye-Roadbook mit Tripmaster hab ich noch nie benutzt. Zum Glück hieß die Truppe dann doch nicht “Die-dem-Heiko-hinterfährt” (Gernot taufte uns “Helpful Sextett”), sondern Nawi hat Name Programm sein lassen und uns super angeführt. Ich hätte auch bei der dritten Abbiegung schon versagt, muss ich zugeben. Aber das zu lernen war ja auch Sidequest und letztendlich hab ichs auch gerafft.
Am Samstag gabs dann um 9 Uhr die Schnitzeljagd-Rallye. Sowas hatte ich am Vorabend auch schon mitbekommen, aber das es dann so ein lustiges “Rahmenprogramm” neben der liebevoll vom Orgateam ausgetüftelten Strecke gibt, war mega. Es gab keine Startampel oder sowas, alle sind gemütlich nach dem Frühstück losgedüst. Bis 10 Uhr sollte man sich dann doch aufgerafft haben, denn um 18 Uhr ist Abgabeschluss und Abendessen.
Es gab ne richtig schöne Runde durchs Weserbergland mit einigen schotterigen und auch matschigen Wegen. Geil! (Anmerkung für zukünftige Teilnehmer: “Nur für Stollen”, heißt nur für Stollen, sonst gibt’s Stau wie auf der A1 vor Bremen – wie es die Orga nachher verglichen hat.) Anfangs noch im Sitzen um die Matschpfützen drumrum hab ich die letzten Schlammkuhlen im Stehen und mit Anlauf genommen. Geil! Das Wegfinden war garnicht so leicht, so haben wir uns auch verfranzt und rumgetüftelt, wo und wie wir weiter müssen. Aber nicht nur wir, immer wieder waren am Wegesrand Moppedgrüppchen mit großen Fragezeichen übern Kopf.
Google Maps und ChatGPT hilft da auch nicht wirklich. Geil! Ich musste so in den Helm grinsen, als wir über die ausgebaute Bundesstraße auf eine Brücke zugefahren sind, links und rechts davon Feldwege und überall 6er Motorrad-Kollonen auf der Suche nach der nächsten oder richtigen Abbiegung. Und keiner weiß, ob er richtig ist oder doch die anderen. Geil! Und dann nebenbei noch der liebevoll gemachte Fragebogen (inhaltlich – optisch ehr funktionell 😀 ). Der war übrigens auch so angesetzt, dass KI, Google Lens und Co. nicht wirklich geholfen haben. Und mach mal erstmal 10 KI-sichere Fragen bzw. Aufgaben – das ist garnicht so leicht. Lob an das Orga-Team. Persönlich konnte ich die Jungs und Mädels leider nicht wirklich kennenlernen – wie sie selber auf der Bühne schon sagten, als Veranstalter hat man dafür dann leider zu wenig Zeit.
Gegen 17 Uhr sind wir wieder auf den Platz gekommen, inklusive der 25 Fichtenzapfen für die letzte Aufgabe. Vom Tanken waren wir dann passend zum Grill-Buffet zurück und später gabs dann noch die die Siegerehrung (immerhin Platz 16 für uns), Benzingespräche und Reise-Erfahrungen. Außerdem sei erwähnt, dass die Twinduro-Leute sich mit einer Charity-Aktion symbolisch beim Weserbergland bedankt haben – dabei sind überkrasse 4250 Euro zusammengekommen für die Stiftung Kinderheimat Neuhaus.
Das war wirklich toll, ich bin gerne wieder dabei und freue mich schon, die Jungs wiederzusehen!





















































